Topic-icon Motorölempfehlung für SEAT Ateca 2.0 TSI FR

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10 Okt 2018 23:48 #2819 von Shorty
Sehr geehrtes Liqui Moly-Team,
Ich würde bei meinem SEAT Ateca (HSN: 7593 TSN: ANO) 2.0 TSI FR (190 PS) gerne das Motoröl wechseln. Leider finde ich mein Fahrzeug mit diesem Motor weder über die Schlüsselnummer noch über die Fahrzeugsuche im Ölwegweiser. Ist es möglich, dass für diesen Motor eine neue Ölnorm besteht, die noch nicht von Ihrer Produktpalette abgedeckt wird?
Können Sie mir vielleicht Öle empfehlen, die ich für dieses Fahrzeug verwenden kann?

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
Shorty

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11 Okt 2018 15:09 #2823 von LiquiMoly
Hallo Shorty,

für den Seat Ateca 2.0 TSI 190 PS lautet die geforderte Herstellerspezifikation: VW 508 00 SAE 0W-20.

Diese erfüllt unser Top Tec 6200 0W-20, Art. Nr. 20781

Ihr LIQUI MOLY-Team
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11 Okt 2018 16:13 #2825 von DLBA
Einfach mal einen Blick in die BDA werfen. Dort finden sich klare Angaben, welche Öle verwendet werden dürfen.
Mein Golf VII Facelift ist ebenfalls für solche Öle nach VW 508 00 (0W-20 mit reduziertem HTHS) freigegeben und wurde mglw. im Werk auch damit befüllt. Dennoch ist laut BDA auch Öl nach VW 504 00 freigegeben. Das sind Öle der Viskositäten 0W-30 und 5W-30 und mit höherem HTHS-Wert. Ein solches Öl fahre ich seit km-Stand 1.600 und ich rate jedem dazu. Ich behaupte, der Verschleißschutz ist mit einem Öl nach 504 00 generell besser.
In meinem Fall sind darüber hinaus auch noch Öle nach VW 502 00 freigegeben, dann aber nur im Festintervall. Die 502 00 eröffnet einen ganzen Reigen an Auswahl, auch mit sehr unterschiedlichen Viskositäten. Allerdings ist die VW 504 00 sehr anspruchsvoll und damit bleiben m.E. für ein Alltagsauto keine Wünsche offen. Wer darüber hinaus etwas Gutes tun will, der verkürzt die Wechselintervalle. Ganz besonders gilt das für das allererste Intervall. Auch heute noch finden sich Produktionsrückstände im Motor und zusätzlich erhöhter Abrieb durch den Einlaufvorgang. Es wird (von Leuten ohne Ahnung) immer mal wieder das Gegenteil behauptet, aber das ist eine Mär. Fräsen, Bohren, Schleifen, Hohnen - ohne Späne und Staub geht das auch anno 2018 noch nicht. Und für den Einlaufvorgang gilt analog dasselbe. Dabei wird Abrieb produziert. Die größeren Partikel (ab etwas 1 µm) bleiben im Ölfilter hängen, die kleineren Teilchen bleiben im Öl. Dabei wirken sie nicht nur als Schleifmittel, sondern wirken auch chemisch, fast alle Metalle wirken als Katalysator auf das Öl und beschleunigen dessen Alterung. Wer es nicht glaubt unterhalte sich mal mit einem Chemiker.
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11 Okt 2018 17:54 #2826 von Shorty
Vielen Dank an Liqui Moly und auch an DLBA für eure Antworten.
Das ich in meine Bedienungsanleitung schauen muss für solche Sachen ist mir natürlich klar. Ich bin ja auch kein Laie was Fahrzeuge angeht.
Motivation war nur, da ich sofort nachdem ich das Fahrzeug bekommen habe zu einem Liqui Moly Vertriebshändler gegangen bin, um mich nach Wechselintervallen (z.Bsp. Haldexkupplung etc.) und den richtigen Ölen umzuschauen. Dabei hat mir der Händler gesagt, dass es eine neue Motorölnorm für den Motor gäbe und Liqui Moly soweit noch nichts im Programm dafür hätte. Er habe mir dann zum TopTec 4200 5W-30 geraten, dass ich auch seit Jahren für andere VW und SEAT Fahrzeuge verwendet habe.
Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich das Motor Protect eingefüllt, um den Einlaufprozess zu Unterstützen.
Da ich nun aber den nächsten Ölwechsel selbst mache, obwohl es ein Neuwagen ist wollte ich nochmals Liqui Moly persönlich fragen. Ich stimme DLBA auch vollkommen zu, dass ein Wechselintervall von 30.000 Km ein wenig hoch kalkuliert ist von vielen Herstellern. Ich habe zwar vollstes Vertrauen in das Öl, jedoch merkt man doch sehr stark wie viel runder der Motor läuft, sobald man das Öl nach 15.000 Km wechselt und wie träge er wird, wenn man tatsächlich das vorgeschriebene Intervall einhält. Öl ist ja immerhin auch ein Verschleißteil, wenn nicht unter das am stärksten belastete.

Deshalb hätte ich noch eine Frage: Inwieweit unterscheidet sich denn die Ölnorm 508 00 von der 504 00, die ja eigentlich schon viele Jahre der Standard für VAG Fahrzeuge ist egal ob Benzin oder Diesel? Würde mich auch aus dem Standpunkt eines angehenden Materialwissenschaftlers interessieren, dessen Studium ich gerade absolviere.

Und: Kann man wirklich ohne jegliche Bedenken das TopTec 4200 5W-30 für diesen Motor verwenden? Allein von den Viskositäten ist das ja ein recht unterschiedliches Öl, wobei ich denke, dass vom Werk aus 0W-20 verwendet wird, um ein schnelleres Startverhalten (Stichwort Start-Stop) und eine niedrigere Trägheit und damit geringeren Kraftstoffverbrauch zu erzielen. Mir ist klar, dass natürlich die Aussage darüber auf mein eigenes Risiko geht, da man ja immer die Vorgaben des Herstellers einhalten soll. Vielleicht hilft ja hier ein wenig Ironie, um diese Frage rechtlich korrekt, aber trotzdem technisch kompetent zu beantworten. Wenn Sie verstehen was ich meine ;)

Vielen Dank! :)

Grüße,
Shorty

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13 Okt 2018 16:07 - 13 Okt 2018 16:09 #2829 von DLBA
Der Hauptgrund für die Einführung der VW 508 00/509 00 liegt ganz klar wie du schon vermutest in der Minderung von Verbrauch und CO2-Emissionen. Leider ist der Unterschied ein akademischer. Mir liegen zwar keine Daten aus Untersuchungen vor (ich müsste suchen, hab aber wenig Lust), aber ich würde schätzen, der Unterschied im Kraftstoffverbrauch zw. einem solchen 0W-20 und einem 0W-30 liegt in der Praxis bei deutlich unter 0,1 l/100 km und ist damit für den Nutzer irrelevant. Es mag sein, dass selbst der kleinste Unterschied im Einzelfall darüber entscheiden kann, ob bspw. ein neues Modell bei der Typprüfung mit 4,9 l oder 5,0 l nach WLPT eingestuft wird, aber nicht mal da wäre ich mir sicher.
Ich fahre im GTI derzeit sogar ein 5W-40 und dennoch komme ich beim Dahinrollen auf Bundes- und Landstraßen auf Verbrauchswerte unter 6 l. Nun besitzt das kaum statistische Relevanz, weil ich kaum dazu in der Lage bin, dieselbe Strecke unter EXAKT denselben Bedingungen mit einem 0W-20 zu fahren, zumal ich das gar nicht im Motor haben will, aber eine gravierende Verbrauchserhöhung möchte ich selbst mit diesem 5W-40 ausschließen. Für ein dünneres 0W-30 gilt das erst recht.
Tatsache ist auch, liegt der HTHS höher, dann ist das tendenziell vorteilhaft für den Verschleißschutz, aber zugleich erhöhen sich zwangsläufig der Reibungswiderstand und damit auch der Verbrauch. Daran sieht man gut, dass sich Reibung (insbesondere von Fluiden) und Verschleiß eben nicht proportional verhalten.
VW hatte vor einigen Jahren bereits ungute Erfahrung gemacht mit Ölen mit reduziertem HTHS. Die sog. LL-II-Öle nach VW 506 01 (übrigens auch 0W-30) besaßen einen HTHS von, ich meine nur 2,8. Ganz ähnlich wie die neuen 508 00-0W-20. Das Resultat war ein auffallend häufiger erhöhter Nockenwellenverschleiß an vielen TDI PD. VW hatte damals die Konsequenzen gezogen und daraufhin die VW 504 00 & 507 00 eingeführt, die auch rückwärtskompatibel war und ist. Wie mir mittlerweile klar ist, war das eine richtig gute Entscheidung.
Letzte Änderung: 13 Okt 2018 16:09 von DLBA.

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